Von Bilbao nach Santander: Der Weg des Nordens entdecken
Erste Eindrücke vom Camino del Norte zwischen Bilbao und Santander – eine der spektakulärsten Küstenwanderungen Spaniens. Authentische Pilgererfahrung an der baskischen Atlantikküste.
A Piedi Per Il Mondo

Wir brechen am 5. August von Bilbao auf. Der sintflutartige Regen lasst uns die Stadt nicht erkunden, obwohl sie ein paar Stunden unserer Zeit verdient hatte.
Schon von Anfang an beschenkt uns der Camino del Norte mit unglaublichen Landschaften. Wir wandern entlang spektakularer Kusten, die auf einen unberuhrten Ozean blicken, und durchqueren kleine Bergdorfer, die noch von Landwirtschaft und Viehzucht leben. Wir treten auf viel Asphalt, der Fusse und Beine abnutzt, doch die Landschaften entschadigen fur alle Muhen. Innerhalb von Minuten wechselt man vom Duft der weidenden Kuhe zum Geruch der Eukalyptusbaume, von einem strahlend blauen Himmel zu einem heftigen Regenguss. Auf diesem Abschnitt von Bilbao nach Santander wird man oft mitten in einen Regenschauer geraten oder schwarzen, bedrohlichen Wolken knapp ausweichen.
Die Menschen in Spanien sind immer sehr gastfreundlich und hilfsbereit; hier sagt man, dass wenn man einen Spanier nach dem Weg fragt, gleich drei antworten. Unzahlige Pilger sind auf dem Camino del Norte unterwegs, doch die Unterkufte und die Anzahl verfugbarer Schlafplatze sind noch viel zu gering. Die vielen Kilometer, die gewohnlich eine Unterkunft von der nachsten trennen, zwingen uns manchmal, die Albergue im Voraus zu buchen, eine Praxis, die uns sehr stort und die wir gerne vermieden hatten. Die Alternative ware, ein paar Stunden langer zu laufen, aber die Beine schaffen es noch nicht.
Obwohl man sich in bei Spaniern und Auslandern sehr beliebten Touristenorten befindet, passen sich die Kosten der Albergues denen anderer Jakobswege an: 5 Euro fur die kommunale Unterkunft und rund 10-12 Euro fur die private. Auch die Lebensmittelpreise folgen spanischen Standards, mit dem Vorzug, dass man beim Durchqueren renommierter Touristenstadten von Bilbao bis Santander die herrlichen, wenn auch teuren Fischrestaurants an der Kuste geniessen kann. Ein Genuss, den ich mindestens einmal empfehle: Das Essen erfullt die hochsten Erwartungen, und die Meeresfruchte-Gerichte mit frischestem Fisch spiegeln vortrefflich eine tief verwurzelte Fischerkultur wider.
Zum Schluss eine Anekdote:
Heute in Santander, mitten in einem Regenguss, frage ich eine Einheimische, wo der Camino vorbeigeht... Rita: Por donde pasa el camino? Aqui no estan flechas!
Einheimische: El camino? Aqui en Santander no pasa el camino, imposible!
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