20 Wahrzeichen des Jakobswegs
Der Jakobsweg ist eine transformative Erfahrung, die dein Herz bei jedem Schritt berührt. Dennoch gibt es Orte, die durch ihre außergewöhnliche Schönheit oder spirituelle Bedeutung tiefere und bleibendere Erinnerungen hinterlassen. Entdecke 20 Wahrzeichen, die diese heilige Pilgerreise prägen.
A Piedi Per Il Mondo

In diesem Artikel
1. Saint-Jean-Pied-de-Port
Saint-Jean-Pied-de-Port ist der offizielle Startpunkt des Jakobswegs nach Santiago de Compostela.
Nachdem man im Pilgerbuero in der Rue de la Citadelle den Pilgerpass (Credencial) erhalten hat, bleibt einem nichts anderes uebrig, als die wunderbare Atmosphaere dieses kleinen baskischen Juwels am Fuss der Pyrenaeen zu geniessen.
Die Kopfsteinpflastergassen, die steinernen Bruecken und die schoene Altstadt schaffen zusammen mit der umgebenden Natur einen beeindruckenden Anblick. Und die sehr herzlichen Einwohner bereichern ein ohnehin unvergessliches Erlebnis.
2. Die Pyrenaeen und Roncesvalles
Die erste Etappe ist wirklich hart, aber die Genugtuung, die Pyrenaeen zu Fuss ueberquert zu haben, und die Schoenheit der durchquerten Landschaften machen diesen 1270 m-Anstieg zu einem unverwechselbaren Erlebnis auf dem Jakobsweg.
Die Ankunft in Roncesvalles ist ein echtes Fest: Man trifft Mitpilger wieder, isst mit dem Nachbarn im Schlafsal zu Abend oder erkundet einen Ort mit einer sehr langen Geschichte auf dem Jakobsweg. Wir sind in Spanien, und die Reise hat begonnen.
3. Pamplona
Pamplona ist die erste grosse Stadt, die man auf dem Jakobsweg antrifft. Stolz baskisch, ist sie beruehmt fuer ihren Stierlauf beim San-Fermin-Fest.
Ihre Pintxos sind ein kulinarisches Spektakel, und die Stadt ist wirklich sehr interessant. Modern, sauber und gruenreich besitzt sie eine sehr alte Altstadt voller Sehenswertigkeiten, wo man sich auch amuesieren und in das spanische Nachtleben eintauchen kann.
4. Alto del Perdon
Kurz nach Pamplona, auf dem Alto del Perdon, neben 40 m hohen Windkraftanlagen, befindet sich eine der beruehntesten Kunstinstallationen des Jakobswegs: eine Pilgerkarawane zu Fuss, zu Pferd und auf dem Maultier.
Eine dieser 14 Figuren traegt die beruehnte Inschrift "Donde se cruza el camino del viento con el de las estrellas", die den staendig wehenden Wind und das Sternenlicht evoziert, das laut Legende Pelayo zur Entdeckung des Grabes des Apostels Jakobus fuehrte. Ein wahres Wahrzeichen des Jakobswegs.
5. Weinbrunnen von Irache
Der Weinbrunnen von Irache ist inzwischen zu einem Wahrzeichen des Jakobswegs geworden. Hier versorgt ein doppelter Brunnen den Pilger mit Wasser und Wein, freundlicherweise gespendet vom benachbarten Weingut. Ein Schild bittet darum, nicht mehr als ein paar Glaeser zu trinken, also fuellt eure Flaschen nicht auf. Der Weg ist noch lang.
6. Logrono
Hauptstadt der La Rioja, der beruehten Weinregion, ist Logrono bei Pilgern vor allem fuer seine geselligen Abende und Kneipentouren bekannt.
Die Altstadt ist voll von Bars und Lokalen mit Dutzenden von Pintxos-Variationen, die zum Symbol des spanischen Nachtlebens geworden sind. Der Wein ist koestlich und sehr erschwinglich und unbedingt probierenswert.
Aber uebertreibt es nicht: Am naechsten Tag wird gewandert.
7. Najera und das Gedicht
Kurz vor der Ankunft in Najera faellt an einer Mauer ein dem Jakobsweg gewidmetes Gedicht ins Auge. Es wurde von einem ortsansaessigen Priester verfasst und bietet vielen Pilgern einen Moment der Besinnung.
Polvo, barro, sol y lluvia es Camino de Santiago.
Millares de peregrinos y mas de un millar de anos.
Peregrino ¿ Quien te llama? ¿Que fuerza oculta te atrae?
Ni el Campo de las Estrellas, ni las grandes catedrales.
No es la bravura Navarra, ni el vino de los riojanos
ni los mariscos gallegos, ni los campos castellanos.
Peregrino, ¿Quien te llama? ¿Que fuerza oculta te atrae?
Ni las gentes del Camino, ni las costumbres rurales.
No es la historia y la cultura, ni el gallo de La Calzada
ni el palacio de Guadi, ni el Castillo Ponferrada.
Todo lo veo al pasar, y es un gozo verlo todo,
mas la voz que a mi me llama la siento mucho mas hondo.
La fuerza que a mi me empuja, la fuerza que a mi me atrae,
no se explicarla ni yo
¡Solo el de Arriba lo sabe!
Eugenio Garibay
8. Granon
Sucht nicht nach einer grossen Stadt oder einem beruehten Ort, sondern nach einem kleinen Dorf am Ende der La Rioja, mit gerade mal einer kleinen Kirche und ein paar Haeusern mitten im Nirgendwo.
Das ist Granon, ein unbedeutender Punkt auf der Karte fuer einen Touristen, aber eine grundlegende Etappe fuer einen Pilger, der den wahren Geist des Jakobswegs kosten moechte. Die Aufnahme durch die Pfarrgemeinde hat wirklich etwas Besonderes.
Niemand wird abgewiesen, auch wenn das bedeutet, auf dem Kirchenboden zu schlafen, und das gemeinsame Abendessen spiegelt jenen Sinn fuer Gemeinschaft und Bruderlichkeit wider, den man auf dieser Reise erhofft zu finden.
9. Burgos
Burgos ist eine Stadt, die unbedingt einen Halt verdient.
Die Gastronomie mit ihren Weinen ist hervorragend, die Altstadt ein verworrenes Netz stimmungsvoller Gassen und Plaetze, und die Kathedrale, eines der besten gotischen Beispiele Europas, ist das Tuepfelchen auf dem i.
Geburtsstadt des Cid, Sitz einer theologischen Fakultaet, das MUSAC-Museum, der traditionelle Markt, die Burg, die Kloester: eine Explosion aus Schoenheit, Charme, Geschichte und Attraktionen. Ein Magnet fuer Liebhaber menschengerechter Staedte. Einfach bezaubernd.
10. Die Meseta
Wer den Jakobsweg zum ersten Mal in Angriff nimmt und Blogs, Reiseberichte oder Reisefuehrer gelesen oder angehoert hat, hat immer eine grosse Angst vor diesem Abschnitt. Viele ueberspringen ihn sogar.
Fern der Staedte, eingetaucht in eine wilde, weite und stille Landschaft, befindest du dich auf der Meseta, einem der absoluten Symbole des Jakobswegs.
Die Meseta, oder Hochebene, ist eine sehr alte geologische Formation, umgeben von Gebirgszuegen und einem erhoehten Tisch aehnlich. Was am meisten ueberrascht: Nach dem Aufstieg, wenn man eigentlich einen Abstieg erwartet, geht es kilometerlang auf einem flachen Erdweg weiter.
Das Klima weist starke saisonale Temperaturschwankungen auf, und die trockene Sommerluft laesst den Boden so arido werden, dass nur Steppenvegetation ueberlebt. Der intensive Getreideanbau fuehrt zu monochromen Landschaften ohne Baeume oder Haeuser.
Pilger, die die Meseta im Sommer durchqueren, unterziehen sich einer haerten Probe, nicht nur koerperlich, sondern vor allem mental.
Die Landschaft, wunderschoen und doch immer gleich, laesst einen das Gefuehl fuer die zurueckgelegte Strecke verlieren, und ohne Orientierungspunkte scheint die Zeit stillzustehen. Fuer manche ist es ein Genuss, sich ein wenig darin zu verlieren.
Es ist der richtige Moment zum Nachdenken, sich selbst Raum zu geben und, nun auf halber Strecke, ueber die eigene Erfahrung zu reflektieren.
11. Hontanas
Mitten in der Meseta hinter Burgos taucht ploetzlich ein Kirchturm aus dem Nichts auf. Ein Schild am Weg warnt uns, dass Hontanas nahe ist, aber man sieht es erst, wenn man 50 Meter vom Eingang entfernt ist.
In einer Art Mulde gelegen, wirkt es fast wie eine Faata Morgana: der perfekte Ort, um nach so vielen Kilometern Sonne und Einsamkeit zu rasten und neue Kraefte zu tanken.
12. León
Als wichtige Etappe des Franzoesischen Jakobswegs und Ausgangspunkt des Camino de San Salvador bewahrt León noch viele Spuren seiner roemischen Vergangenheit.
Unter den zahlreichen wertvollen Denkmaelern, die die Stadt huetet, sticht die gotische Kathedrale Santa Maria la Regla als eine der schoensten Europas hervor.
Vergangenheit und Zukunft vermischen sich: Das MUSAC, das Auditorium oder das Europa-Gebaeude zeigen ein León das neu und dynamisch ist, mit Blick auf morgen ausgerichtet. Eine Stadt, die man in vollen Zuegen geniessen sollte, die auch fuer ihr Nachtleben, ihre Kueche und die Herzlichkeit ihrer Einwohner bekannt ist.
13. Bruecke von Orbigo
Die Bruecke von Orbigo ist ein Augenschmaus mit ihren vielen Boegen und ihrem steinernen Profil.
Sie in der Daemmerung zu ueberqueren, loest grosse Emotionen und eine beklemmende Stimmung aus, vielleicht verbunden mit der Geschichte und den Legenden, die sie seit jeher umgeben. Die beruehnteste ist die des Paso Honroso:
Die Geschichte erzhlt von einem gewissen Don Suero de Quinones, der sich in eine unerwiderte Liebe verstrickt hatte und sich einen Eisenring um den Hals legte als Zeichen der Knechtschaft, mit dem Geluebde, ihn zu Ehren des Heiligen Jakobus abzulegen, wenn er den Paso siegreich bestehen wuerde. So fochten zwischen dem 9. Juli und dem 10. August des heiligen Jahres 1434 er und neun andere Ritter gegen Kaempfer aus aller Welt. Die Wettkaeempfe lockten sehr viele Menschen an. Nach 30 Tagen verliessen die zehn Ritter, alle noch am Leben, die Stadt und pilgerten nach Compostela.
14. Astorga und der Gaudi-Palast
Astorga, das von den Roemern fuer seine zahlreichen Goldminen genutzt wurde, bewahrt noch heute viele Zeugnisse seiner Vergangenheit. Neben den Stadtmauern, den Thermen und dem roemischen Forum stehen die Kathedrale und der kuriose Bischoefliche Palast von Antonio Gaudi durch ihre Imposanz hervor.
15. Foncebadón, Cruz de Hierro und Manjarin
Foncebadón ist ein kleines Dorf in der Naehe eines Gebirgspasses, des einzigen, der im Mittelalter León mit Galizien verband.
Abgelegen, schwer zugaenglich und im Winter wegen Schnee gefaehrlich, war es die letzte Moeglichkeit fuer Pilger, in Notfaellen Unterkunft und Aufnahme zu finden.
Das Schicksal von Foncebadón, wie auch seine Niedergangsphasen, war daher stets eng mit dem des Jakobswegs verknuepft.
Ein paar Kilometer weiter ragt aus dem Wald das Cruz de Hierro hervor: ein 5 Meter hohes Holzkreuz mit einem eisernen Kreuz oben, der bisher hoechste Punkt des Jakobswegs mit 1504 m.
Hier verlässt man die gruenen kastilischen Ebenen und naehert sich Galizien mit seinen bergigen, bewaldeten Landschaften.
Es wird gesagt, dass der Moench von Foncebadón, Gaucelmo, diesen Pfosten errichtete, damit Pilger sich bei Schneefaellen nicht verirren wuerden. Es ist heute Brauch, dort einen von zu Hause mitgebrachten Stein abzulegen, als Symbol des Opfers zur Wiedergutmachung einer Schuld.
Schliesslich Manjarin, eine Herberge, die Pilger seit alten Zeiten aufnimmt und beruehmt ist fuer Holzschilder am Wegesrand, die die verbleibenden Kilometer zu entfernten Orten wie Santiago, Rom oder Jerusalem anzeigen.
16. Ponferrada
Ponferrada ist eine kleine, sehr touristisch geprägte Stadt, deren wichtigste Attraktion ihr majestaetiaches Schloss ist. Jahrhundertelang von den Templern beherrscht, war es im Mittelalter ein Schluesselort des Jakobswegs und ist bis heute ein unverzichtbares Element davon.
17. O Cebreiro
Es ist zweifellos einer der stimmungsvollsten und faszinierendsten Orte des Jakobswegs. Bereits in galizischem Gebiet, hat O Cebreiro nach manchen keltischen Ursprung. Auf einem gruenen Huegel gelegen, bieten seine Panoramaterrassen einen wunderschoenen Blick, oft in ein weiches Wolkenband gehuellt. Im Dorf findet man merkwuerdige ovale Bauten mit Strohd chern: Es sind die "Pallozas", alte laendliche Wohnhaeuser.
18. Ezequiel und das Pulpo a la Gallega
Die beruehnte Pulperia in Melide, Ezequiel, ist bekannt fuer ein koestliches Pulpo a la Gallega. Ein typisch galizisches Gericht, bestehend aus geschmortem Tintenfisch, in Stuecke geschnitten und auf einem kleinen Holzteller mit Paprika, Olivenoel und Salz serviert.
19. Monte do Gozo
Einen der bewegendsten Ausblicke bietet der Monte do Gozo, nur 5 km von Santiago entfernt. Von diesem Huegel aus kann man die ganze Stadt zu unseren Fuessen sehen, mit ihren Haeusern, ihren Strassen und den Tuerme ihrer Kathedrale. Die Emotionen sind ueberweltigend, und die Freude ueber die Ankunft vermischt sich mit der Wehmut ueber den zu Ende gehenden Jakobsweg. Ein riesiges Pilgermaassenquartier, gerade neu erbaut, beherbergt hier bis zu 500 Personen.
20. Kathedrale von Santiago de Compostela
Nach so vielen Tagen des Reisens und Wanderns ist es eine unbeschreibliche Freude, auf der Plaza do Obradoiro anzukommen und sich zu Fuessen der Kathedrale auszuruhen. Als Treffpunkt fuer alle Pilger ist es unausweichlich, einen Freund oder Mitpilger zu treffen und sich vielleicht in einer langen Umarmung aufzufangen.
In der Kathedrale koennt ihr die Statue des Heiligen Jakobus sehen oder der Freitagsmesse mit dem Botafumeiro beiwohnen.
Santiago ist eine wirklich entdeckenswerte Stadt, sehr schoen und mindestens ein paar Tage eurer Zeit wert.
Teilen
A Piedi Per Il Mondo
Neue Artikel über Wanderungen, Trekking und Reisen zu Fuss. Kostenlos, kein Spam.





