Wahre Wanderer ergeben sich dem Winter nicht
1.304 Pilger kamen im Januar in Santiago de Compostela an und zeigen, dass echte Wanderer den Camino in jeder Jahreszeit meistern.
A Piedi Per Il Mondo

Die von der Oficina de acogida al peregrino veroffentlichten Daten sprechen eine deutliche Sprache: Der Januar verzeichnete einen Anstieg von 7% im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Der milde Winter hat wahrscheinlich viele Pilger dazu veranlasst, die Warme des Hauses zu verlassen und, mit einem Rucksack auf dem Rucken und starken Beinen, aufzubrechen und Santiago zu erreichen.
Der Franzosische Jakobsweg, mit seinen 862 Pilgern, bestatigt sich als der meistbegangene und besuchteste Weg, und Saint Jean Pied de Port verzeichnet nach Sarria die meisten Abreisen, mit 282 Pilgern.
Den Trend des vergangenen Jahres bestatigend, belegt der Portugiesische Jakobsweg den zweiten Platz mit 217 Personen, die vor allem die Orte Tui, Porto und Valenca als Startpunkt gewahlt haben. Nur 13 Abreisen aus Lissabon, eine Zahl, die zum Nachdenken anregen sollte.
Der Camino Primitivo ist Dritter mit 66 Pilgern. Es folgen der Englische Jakobsweg mit 60 Personen, alle aus Ferrol, der Nordweg mit 45 und die Via de la Plata mit 43.
Entlang des Jakobswegs uberrascht die grosse Anzahl an Spaniern nicht, aber die hohe Zahl an Koreanern ist durchaus erstaunlich: Mit 170 Pilgern ubertreffen sie die Italiener um das Doppelte.
Frauen stellen nur ein Drittel der Ankommen dar, wenig im Vergleich zu den 47% des Jahres 2015.
Aber das sind nur Zahlen, oder vielmehr, grosse Zahlen. Statistiken leben von Prozentzahlen, am liebsten hohen; sie ignorieren die Entscheidungen Einzelner oder kleiner Gruppen und suchen Gleichformigkeit in einer von Vielfalt gepragten Welt. Deshalb mochte ich Ihnen ein paar kleine Zahlen zuruckgeben und in jenes "Andere" eintreten, das erscheint, wenn eine Zahl keine Beachtung verdient. So erfahren wir von dem Pilger, der aus Valencia aufbrach und allein den langsten Jakobsweg Spaniens bewaltigt hat, den Camino del Levante, bis nach Santiago. Oder von demjenigen, der aus dem schonen Granada startete und, ebenfalls allein, den gesamten Camino Mozarabe zurucklegte. Wir finden einen, der aus Danemark aufbrach, einen anderen aus den Niederlanden und wieder einen anderen aus dem fernen Polen.
Wir wissen nicht, ob es Manner oder Frauen waren, warum sie reisten oder was sie unterwegs erlebt haben. Wir kennen nur Fragmente ihrer Geschichte. Doch nun, unter den Hunderten von Menschen, die in Santiago ankamen, konnen wir auch sie sehen.
Offizielle Daten – Pilgerburo von Santiago
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