Der Beginn des Camino de San Salvador
Eine Pilgerreise anzutreten ist ein wirklich besonderes Erlebnis. Erleben Sie den Beginn des Camino de San Salvador ab León – ein Weg der spirituellen Entdeckung und persönlichen Erneuerung.
A Piedi Per Il Mondo

Eine Pilgertour zu beginnen ist ein ganz besonderes Erlebnis, völlig anders als ein klassischer Urlaub am Meer oder in den Bergen. Zunächst einmal spricht die Kleidung eine klare Sprache, auch wenn das Äußere nicht alles ist.
Aber der riesige Rucksack auf Ihrem Rücken wird für alle, die Sie sehen, der untrügliche Beweis sein, dass Sie eine außergewöhnliche Reise unternehmen – eine, die die meisten von ihnen noch nie gemacht haben.
Sie werden zum Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, und auch Sie werden den Wunsch haben, dieses Abenteuer mit anderen zu teilen. Denn mit dem Rucksack aufzubrechen erfordert immer eine gute Portion Vorbereitung, Erwartungen und Aufregung – und es ist völlig normal, über etwas sprechen zu wollen, das man gerne tut und das einen glücklich macht.
An diesem Morgen beim Abflug vom Flughafen Bergamo fühlten wir uns genau so – aufgeregt und begeistert von diesem neuen Abenteuer.
Der Tagesplan war einfach: Ankunft in Madrid, Stopp auf der Plaza del Sol für ein Sandwich mit Jamón Serrano, Estación Sur und Busfahrt nach León. Was auf dem Papier wie eine entspannte Reiseroute aussah, entpuppte sich als ziemlich strapaziös mit all den Stunden im Sitzen.
Positiv war, dass wir durch das Fenster einen Teil Spaniens sehen konnten, den wir noch nie gesehen hatten – einen wunderbar schönen Naturwinkel, der uns dieses Land noch mehr in sein Herz schließen ließ. Wir kommen pünktlich in León an! Die Alsa und ihre Busse sind wirklich fantastisch: nicht nur Toilette an Bord, sondern auch bequeme Sitze, kostenloses und schnelles WLAN und einen Touch-Screen für jeden Sitz. Einfach großartig!
Credencial, Herberge, Anmeldung – und schon können wir uns offiziell Pilger nennen. Das einzige Problem – wenn man das Wort richtig verwendet – ist, dass wir uns noch nicht wirklich darin zu Hause fühlen.
Nicht, dass wir Neulinge in dieser Welt wären – wir haben schon vor zwei Jahren einen Weg gemacht – aber wir fühlen uns völlig verirrt, in einer Art Übergangszone zwischen Tourist und Pilger.
Dieser „Einstieg" in den Camino erweist sich als kompliziert! Vielleicht fühlen wir uns noch immer isoliert – in einer Welt, die sich von denen unterscheidet, die heute das Ziel wandernd erreicht haben. Denn letztendlich ist das einzige, was zählt, der Weg selbst und die Menschen, mit denen man ihn teilt.
Wir fühlen uns ausgeschlossen, distanziert – bewusste Zuschauer, die den notwendigen Schritt noch nicht getan haben. Eine Gruppe, die nicht die ihre ist, die sich nicht wie die Pilger anfühlt, weil sie nicht mit eigener Muskelkraft erlebt hat, was es bedeutet, ein Ziel zu erreichen. Und es ist fast paradox, an eine normalerweise so offene und hilfreiche Gruppe zu denken, die sich nicht auf Einbeziehung, sondern auf das Ausschließen des Anderen stützt.
Man sieht die Pilger aus der Ferne – an ihrer typischen Kleidung für Komfort und Biertrinken, an ihrem müden Lächeln, an wirren Worten in einer Sprache, die es nicht gibt und die gerade erfunden wird, um sich dem fremden Pilgerkameraden verständlich zu machen – Englisch, Spanisch oder außerirdisch! Eine Gruppe, in der man entweder dabei ist oder nicht – ohne Kompromisse!!
Für uns, die morgen aufbrechen, bleibt das Gefühl der Fremdheit bestehen. Vielleicht werden das gemeinsame Frühstück, der kollektive Aufbruch aus der Herberge oder das gemeinsame Gehen, auch wenn es nur hundert Meter sind, uns endlich das Gefühl geben, gleich wie sie zu sein!
Uns genügt es, uns wie Pilger zu fühlen!!
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