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Warum gehen wir? Das Geheimnis der uralten Wanderschaft

Eine Reise durch die Menschheitsgeschichte und ihre zeitlose Verbindung zum Wandern. Entdecken Sie die tieferen Ursprünge und Bedeutungen, die uns zum Gehen bewegen.

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8. November 20163 Min.686 WörterAktualisiert am 27. Mai 2026
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Warum gehen wir? Das Geheimnis der uralten Wanderschaft

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Die Welt wurde schon immer von Wanderern bevölkert. Menschen, die kurze Strecken oder große Distanzen zu Fuß gehen, angetrieben von Wünschen, die über die bloße Notwendigkeit hinausgehen, sich von einem Ort zum anderen zu bewegen.

Bruce Chatwin Foto aus dem Web

Bruce Chatwin Foto aus dem Web

Der berühmte britische Schriftsteller und Reisende Bruce Chatwin lehrt uns, dass das Wort (a-Go ba) in der tibetischen Sprache, das „Mensch sein" bedeutet, die Bedeutung von „Wanderer", „einer der wandert" hat. Tatsächlich ist der Nomadismus die erste Form der bestehenden Gesellschaft, verbunden mit den primitiven Bedürfnissen, neue Weiden für das Vieh und die Jagd zu finden.

Mit der Verbreitung der Landwirtschaft werden menschliche Gruppen sesshaft, hören aber nicht auf zu reisen – sie beginnen nur, dies aus Gründen zu tun, die losgelöst sind von der Notwendigkeit des Überlebens.

Kurze Geschichte des Gehens

Die Motivationen, die Menschen im Laufe der Geschichte zum Gehen getrieben haben, sind vielfältig und spiegeln oft die Bedürfnisse und Bestrebungen der Zeit wider, in der sie lebten.

Philosophen und klassische Denker gingen auf der Suche nach Wahrheit, auf der Suche nach Austausch und Auseinandersetzung, sehnten sich nach Antworten. Sie taten dies in den Städten, auf den Straßen, auf den Plätzen, inmitten von Menschen, manchmal als Bettler improvisierend, barfuß, mit einem Stück Stoff über den Schultern und einer halb leeren Reisetasche. Ein Weg, teils ungeduldig, teils nachdenklich, von denen, die in Kontakt mit der Wirklichkeit in ihrer ganzen Kraft treten wollten, von denen, die beobachten, analysieren und befragen wollten.

Neugierige und Entdecker, die neue Kulturen und Denkweisen kennenlernen wollten, entdeckten ferne Länder und wilde Orte. Sie erkundeten neue Ziele, informierten sich, lasen, legten Kilometer zurück mit einem kontinuierlichen Verlangen nach Staunen und Abenteuer.

Künstler, Schriftsteller und Musiker reisten stattdessen um ihre Phantasie anzuregen, die Muse zu finden, zu komponieren, zu schaffen, Worte, Formen und Farben zu transformieren. Eine tägliche Übung, notwendig für Geist und Sinne, allein zu vollziehen, vollständig in der Natur versunken, oder in Begleitung von Freunden und Fremden. Das Gehen wurde zu einer wertvollen pädagogischen Erfahrung, ein Gefühl, das Jean-Jacques Rousseau meisterhaft in Worte gefasst hat.

„Ich habe nie so viel nachgedacht, so viel gelebt, bin nie so sehr ich selbst gewesen, wenn ich so sagen darf, wie auf jenen Reisen, die ich allein und zu Fuß unternommen habe".

Die Bedeutung des Gehens heute

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Ab dem Moment, in dem das Gehen seine Bedeutung als Fortbewegungsmittel verliert, beginnt es mit einer anderen Dimension verbunden zu sein – weniger materiell und eher eine innere Sinnsuche.

Die Beziehung zur Natur wird wiederhergestellt und wertgeschätzt, und die Wanderung zu Fuß wird zu einem möglichen Weg, um dem Alltag zu entfliehen und eine neue Spiritualität zu finden, losgelöst vom religiösen Element.

Wer geht, kennt die Freiheit, kann dorthin gehen, wohin er möchte, kann Verpflichtungen vergessen, den Zwängen der Arbeit entfliehen, aber auch dagegen verstoßen, um vollständig mit einem System zu brechen, das nicht sein eigenes ist, bis zur Erfahrung der völligen Entsagung.

Wer geht, heilt Leiden und Schmerzen, oder pflegt Stille und Einsamkeit, fern weg von der Lärmkulisse der Städte, von Gerede und Nachrichten, aber auch vom inneren Rauschen, mit dem wir uns selbst und andere beurteilen.

Wer geht, spürt das Bedürfnis, langsamer zu werden, um die Überzeugung zu durchbrechen, dass Geschwindigkeit hilft, Zeit zu sparen – während es tatsächlich das langsame Leben ist, das die Tage länger wirken lässt, mehr Leben ermöglicht, in jeder Sekunde.

Es gibt auch jene, die gehen, um ihre Rechte einzufordern, wie Gandhi oder Martin Luther King, um ein Ideal der Unabhängigkeit zu fördern, Treue zur gegebenen Aufgabe zu bewahren, durch die Erfahrung von Mühe und Ausdauer.

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Beim Gehen sucht man natürlich nach Wohlbefinden und Glück: die von Begegnungen, der Sonne auf der Haut, dem Duft des Meeres, von Leben und dem vollen Genuss der eigenen Präsenz.

Wir sind von Geburt an Wanderer. Und das Gehen ist so wichtig in allen Jahrhunderten und allen Traditionen, dass seine Metapher tief in unserer Imagination verwurzelt ist: Das Leben ist im Grunde eine Reise, zu einem Ziel hin, in dem jeder Schritt eine Suche und eine Entdeckung der Welt und unserer selbst ist.

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